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Plastik Welt

Unser Planet ist voll davon: Plastik! Unsere Ozeane haben 6 mal mehr Mikroplastik als Plankton und auf unseren Ackerfeldern findet man sogar noch mehr davon. Höchste Zeit was zu tun! Aber was? Hier findest du ein paar einfach Tipps, dich von Plastikmüll zu trennen.

Quelle: plasticpollutioncoalition.org
Quelle: plasticpollutioncoalition.org

Doch zuerst zu den Fakten

In der heutigen Zeit auf Plastikmüll zu verzichten ist schwieriger den je. Plastik ist ein fester Bestandteil unseres Lebens geworden und die letzten 70 Jahre haben dazu geführt, dass wir unseren Planeten damit zugemüllt haben. Länder wie Australien verschifften Jahre lang ihren Plastikmüll nach China, weil sie selber keine Recycling Möglichkeiten hatten. Doch jetzt hat China die Tore zugemacht und Australien weiß nicht wohin mit dem ganzen Müll. Illegal wird ein Teil nach Malaysia geschifft, wo es aber nicht recycled wird sondern irgendwo auf einem Areal verbrannt oder in einem Fluss (zumindest war es das mal) entsorgt. Menschen werden krank durch die giftigen Stoffe die verbranntes Plastik frei setzt, Naturlandschaften werden zerstört, der Müll fließt in den Ozean und Tiere verhungern, weil sie nur noch Plastik fressen und der Körper das nicht verarbeiten kann. Länder die kaum Plastik produzieren oder verwenden, sind zugemüllt mit Plastik, weil es tonnenweise davon an ihre Stränder spült. Letztendlich schließt sich der Kreislauf indem wir die Tiere essen (vor allem Fische), deren Magen aus Mikroplastik besteht. 

Soweit weg dies auch scheint, wir können uns nicht einfach zurück lehnen und zusehen was unser Plastik da anrichtet. Solange es kein Plastikverbot für die Grosskonzerne wie Nestle und viele andere gibt, müssen wir uns selber an der Nase nehmen und umdenken. Statistiken aus dem Jahr 2015 zeigen das wir Schweizer auf dem dritten Platz stehen, was Müll produzieren betrifft. Umgerechnet 700kg pro Person/Jahr (oder 5,71 Millionen Tonnen insgesamt). Der OECD-Schnitt liegt bei 520 Kilogramm. In der Schweiz ist die Abfallmenge unter Einbezug der wiederverwertbaren Abfälle seit 1990 doppelt so schnell angestiegen wie die Einwohnerzahl der Schweiz. Gleichzeitig sind wir auf Platz 2 der OECD-Länder was das Recycling angeht. Wir sind also bei beiden Seiten, gut und schlecht, ganz weit vorne dabei und das war vor 4 Jahren! Die Anzahl der Menschen auf der Erde steigt und somit auch der verbrauch an Plastik.

Die Geschichte des Plastiks

In den Zeiten, als Plastik noch Zukunftsmusik war, wurde Milch in Glasflaschen und großen Kannen aufbewahrt und Holzzahnbürsten gehörten zum Standard. 1839 brachte Charles Goodyear dann mit der Kombination von Kautschuk und Schwefel die Kunststoffherstellung ins Rollen, die nicht mehr aufzuhalten war. Knapp 100 Jahre und einige Entwicklungsversuche später, lief Plastik dann regelmäßig über das Band. Während 1950 weltweit zunächst eine Millionen Tonnen produziert wurde, stellen wir heute jedes Jahr etwa 370 Millionen Tonnen Kunststoff her. Mit der Entwicklung der PET-Flasche Ende der 1960er Jahre, fiel der endgültige Startschuss des Plastiks, das dann so richtig Fahrt aufnahm. Plastik ist bisher das einzige Material, das leicht, bruchfest, elastisch, temperaturbeständig und vor allem in unterschiedlichen Härtegraden herstellbar ist. Sobald ein ansatzweise ähnlich flexibles, massentaugliches und hoffentlich biologisch abbaubares Material ans Tageslicht kommt, wird Plastik, wie wir es kennen, überflüssig. Doch Plastik ist dann immer noch da...

Quelle: Careelite.de

Zeit was zu tun!

Es reicht nicht, dass Plastiktüten im Supermarkt CHF 0.05 kosten und nicht mehr umsonst mitgegeben werden. Es sollte sie gar nicht mehr geben! Jeder der heute in einem Supermarkt einkaufen geht, kauft zwangsweise Plastik. Konzerne behaupten sie müssen die Lebensmittel schützen und sie würden sie so umweltfreundlich wie möglich verpacken. Doch die Packung besteht hauptsächlich aus Marketing-Gründen und um dem Kunden eine bestimmte Menge verkaufen zu können. Zusätzlich vermischen sie verschiedene Materialien und Kunststoffe in ihren Verpackungen, dass sie gar nicht mehr recycled werden können und in der Verbrennungsanlage landen.

 

Es ist also an uns, diese Produkte zu meiden, Gebrauchsgegenstände solange wie möglich zu nutzen und diese am besten zu ersetzen mit Gegenständen, die wiederverwertet werden können oder abbaubar sind. 

Was kann ich tun? 

Kaum einer kann von heute auf Morgen sein komplettes Verhalten ändern. das Bewusstsein muss zuerst gestärkt werden, man muss seine Umwelt anders wahrnehmen und sich bei allem Fragen; brauch ich das und wenn ja, gibt es die Möglichkeit dies auch ohne Plastik zu nutzen oder zu essen. Bei diesem Prozess braucht es aber auch Phasen wo ihr euch mal was durchgehen lässt. Macht euch nicht ständig ein schlechtes Gewissen, denn sonst wird man diese Umstellung weder durchziehen noch als schön empfinden. Nehmt euch Zeit und geht mal in Ruhe durch eure Wohnung. Was braucht ihr am meisten, wovon schmeißt ihr am meisten weg und was landet eigentlich in eurem Mülleimer? Hier ein paar Tipps, welche man nach und nach in seinen Alltag einbauen kann.

Tipp 1

Gläser aufbewahren oder extra Gläser kaufen

Fange an alle möglich Einmachgläser aufzubewahren. Von Oliven, Essiggurken, Essig, Erdnussmus, Tahini, Tomatensauce, etc. habe ich alle Gläser ausgespült und verwende sie immer wieder um Saucen, Schokolade, Gemüse, Dattel- oder Apfelmus oder sonstige Sachen im Kühlschrank aufzubewahren. Sie eignen sich auch super als Geschenk. Einfach mit der Lieblings Pesto, Müsli- oder Nussmischung füllen und anderen Menschen eine Freude machen. Im Gegenzug sind die Gläser mit Klappverschluss super praktisch für jegliche Zutaten in der Küche, welche nicht in den Kühlschrank gehören, wie Nüsse, Kokosflocken, Samen, getrocknete Früchte oder Gemüse. Hast du einen "unverpackt" Laden in deiner Nähe, kannst du sie mitnehmen und immer wieder vor Ort auffüllen, ohne jeglichen Abfall zu produzieren. Doch das beste überhaupt ist eine Glasflasche mitzutragen, anstatt jedes mal eine neue PET-Flasche zu kaufen. Leitungswasser oder selbstgemachter Tee rein und du bist versorgt.

Tipp 2

Grossgebinde kaufen

Hier ist der große Knackpunkt. Wie und wo kaufe ich ein, wenn ich keinen "unverpackt" Laden in meiner Nähe habe? Dieses Problem kennen wir leider nur zu gut! Wir greifen hier momentan noch aufs Internet zurück und kaufen über BIO Lieferanten Grossgebinde ein. Alles was trocken und ungekühlt gelagert werden kann, wie Kräuter, Gewürze, Getreide, Hülsenfrüchte, etc. kann man in Grossgebinde kaufen. Fragt die Lieferanten nach der Verpackungsart. Anfangs haben auch wir die ein oder anderen Plastiksäcke geliefert bekommen. Denn nicht alle Lebensmittel können in Papier aufbewahrt werden.

Tee z.B. verliert anscheinend seinen Geschmack. Recherchiert, welche Lieferanten es bei euch in der Nähe gibt oder fragt direkt bei den Bauern nach.

Tipp 3

Hygiene Artikel

Was findet man am häufigsten neben PET-Flaschen und Fischernetzen an verlassen Stränden oder in den Weltmeeren? Zahnbürsten, Strohhalme und Shampooflaschen! Kein Grund sein ganzes Badezimmer von heute auf Morgen umzukrempeln und alles zu ersetzen. Bitte braucht euren Vorrat zuerst auf und stellt dann nach und nach um auf abbaubare Zahnbürsten, Zahnpasta aus dem Glas (gibt Kautabletten oder Paste) Kristall-Deo, Bambus Wattestäbchen und Dusch- und Shampoobrocken. Alles genauso effektiv und viel umweltschonender als immer wieder Flaschen wegzuschmeißen. Dasselbe gilt für Tampons und Binden. Eine Frau verbraucht in ihren fruchtbaren Jahren etwa 10.000 Binden oder Tampons. Die Me Luna Menstruationstasse ist 5-10 Jahre einsatzfähig und ist damit auf lange Sicht das deutlich preisgünstigere Damenhygieneprodukt. Vermeidet Produktproben welche euch auf der Strasse oder direkt im Laden angeboten werden und wer nicht aufs Schminken verzichten will, kauft sich wenigstens umweltfreundliche AbschminkpadsKlick auf die Bilder um mehr über die Produkte zu erfahren.

Tipp 4

Haushaltsartikel

Trage immer eine Stofftasche mit dir rum. Leer kann man sie super zusammenfalten und sie braucht kaum Platz und du vermeidest bei jedem weiteren Einkauf, eine Plastiktüte zu kaufen. Achte darauf, dass du so kleine Sachen wie Wäscheklammern nicht mehr aus Plastik anschaffst, sondern aus Holz. Benutze Putzlappen, welche du einfach in die Waschmaschine schmeißen kannst, anstatt in den Müll und falls du unbedingt Strohhalme brauchst, kaufe welche aus Glas, Edelstahl oder Bambus. Lebensmittel müssen nicht in Alufolie oder Klarsichtfolie eingepackt werden, dafür gibt es Edelstahlbehälter und wie oben erwähnt die Gläser, welche man meist eh schon im Haus hat. Für Unterwegs gibt es auch super Klappbesteck, dass vor allem das Militär benutzt und in Militärshops zu finden ist. Ich habe das Besteck immer bei mir und kann so auf jegliches Plastikbesteck verzichten. Es gibt viele tolle Rezepte um Putzmittel selber herzustellen. Auch wir kommen erst noch dazu diese auszuprobieren, da wir noch immer unser übriges Putzmittel aufbrauchen.

Tipp 5

Gemüse und Früchte

Last but not least, kaufe direkt im BIO Markt oder besorg dir ein BIO Abo, bei dem du das Gemüse und die Früchte in seiner natürlichen Schale bekommst und nicht zusätzlich eingepackt in Plastik. Solange BIO nicht die Norm ist, werden große Supermärkte die Lebensmittel extra einpacken, damit sie nicht mit Pestiziden in Berührung kommen. Daher verweise ich auch hier auf unser tolles Gemüse Abo von unserem BIO Hof oder baut selber zu hause Kräuter und je nach Platz auch Salat und Gemüse an. Klick auf das Bild um zum Blog "BIO Gemüse bequem nach Hause geliefert" zu gelangen.

Wie du siehst gibt es viele Möglichkeiten Plastik und anderen Müll zu vermeiden. Es ist an uns, diese Umstellungen zu machen. Sinkt die Nachfrage von Plastik, wird die Industrie automatisch nachziehen. Ja, es ist nicht einfach und auch meist mit mehr Aufwand und Kosten verbunden. Aber heute muss man sich fragen, was uns unser Planet wert ist? Die Vorhersagen für 2050 sind alles andere als rosig und für vieles hinken wir schon viel zu sehr hinterher. Doch wenn alle denken, es hat eh keinen Sinn mehr und mir ist dies zu aufwendig, dann wird es unsere schöne Kugel schon in ein paar Jahren so nicht mehr geben und viele von uns werden dies noch mitbekommen.

 

Noch ein weiterer Tipp was Gutes zu tun: benutze die Suchmaschine ECOSIA, welche bei jedem Suchauftrag einen Baum pflanzt. Bis heute hat ECOSIA über 55Mio. Bäume gepflanzt und betreibt ihre Server aus 100% erneuerbaren Energien. Ihre Bäume entziehen der Atmosphäre mit jeder ECOSIA-Suche 1kg CO2.

 

 

Hier noch ein weiterer, ausführlicher Blog über einen Plastikfreien Alltag von einer guten Freundin von mir. 

 

Vermüllt und verseucht - Böden in Gefahr

 

Hier noch ein Bericht vom ZDF. In unseren Böden liegt bis zu zwanzigmal so viel Mikroplastik wie im Meer. Granulate aus Sportplätzen, Müll im Kompost und der Abrieb von Autoreifen sind inzwischen überall zu finden.

Was hältst du von unserem Plastikkonsum und wie versuchst du Plastik zu vermeiden? Schreibe es in die Kommentare. Wir freuen uns über weitere Tipps und Tricks.

*Dieser Blog beinhaltet unbezahlte Werbung ohne Auftrag